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Techniken der Rekonstruktiven Chirurgie

Techniken der Rekonstruktiven Chirurgie


Einige exemplarische rekonstruktive Techniken der Plastischen Chirurgie zur Erläuterung wichtiger Begriffe sind im Folgenden beschrieben:

1. Gefäßgestielte Lappenplastiken


Hierbei wird das zu verlagernde Gewebe an seinem ernährenden Gefäßstiel wie an einer Nabelschnur belassen. Dies schränkt natürlich den Aktionsradius ein. Die konsequente Weiterentwicklung dieser Technik und die Erforschung der Durchblutungssituation ermöglichen dem Plastischen Chirurgen heute, diese Nabelschnur immer exakter zu präparieren und den Aktionsradius sowie die Sicherheit der gestielten Lappenplastiken zu optimieren.

2. Freie Lappenplastiken und Mikrochirurgie


Durch die Entwicklung der Mikrochirurgie sind wir heute in der Lage, mikroskopisch kleine Blutgefäße und Nerven wieder zu vernähen und so den Blutfluss und die Nervenversorgung in einem Gewebe wiederherzustellen. Das ermöglicht die Verpflanzung von entferntem Körpergewebe und die Replantation traumatisch amputierter Gliedmaßen. Da der Blutfluss nur kurzzeitig unterbrochen werden darf, sind für diese Tätigkeit hochqualifizierte und trainierte plastisch-chirurgische Teams erforderlich. Diese Technik erlaubt es nun, Gewebe von einer entfernten Körperstelle zu heben und dem Defekt optimal anzupassen, der damit ersetzt werden soll.

3. Expandertechnik


Durch Gewebedehnung können Haut und Weichteile, ja sogar Knochen, nach und nach vergrößert oder verlängert werden. Ähnlich wie die Dehnung der Bauchdecke bei einer Schwangerschaft wird die Dehnung über einen langen Zeitraum vorgenommen. So ist es möglich geworden, Defekte mit Gewebe aus der Umgebung zu decken und damit die ästhetischen und funktionellen Einheiten mit gleichwertigem Material zu ersetzen oder zu ergänzen. Beispielsweise kann ein Defekt der Kopfhaut nach Gewebedehnung der restlichen Skalphaut auch wieder mit behaarter Haut gedeckt werden. Die inzwischen ausgereifte Technik wurde 1978 von Radovan entwickelt.

4. Endoskopie


Die Endoskopie, auch als „Schlüssellochchirurgie” bezeichnet, erlaubt unter Sicht durch die Kamera die subtile Präparation von Gewebsstrukturen von einer gewissen Distanz aus, so dass Narben in weniger auffälligere Bezirke verlagert werden können. Dies ermöglicht in vielen Fällen das Gewebe zu schonen oder auch an sonst unzugänglichen anatomischen Regionen unter exakter visueller Kontrolle atraumatisch zu arbeiten.

5. Implantate


Neben den bereits genannten Techniken, bei denen körpereigenes Gewebe verpflanzt wird, gibt es auch eine Reihe von Fremdmaterialien, die als Knochenimplantate, Kunststoffnetze oder Silikonimplantate dem Plastischen Chirurgen zur Verfügung stehen. Die konsequente wissenschaftliche Erforschung dieser Materialien und deren Weiterentwicklung ist durch die Plastische Chirurgie entscheidend vorangetrieben worden und ein eindrucksvolles Beispiel für die enge Verbindung von Ästhetischer- und Wiederherstellungschirurgie, die aber auch die wichtige Kooperation zwischen der Wissenschaft und der medizinischen Produktindustrie reflektiert.


Rekonstruktive Plastische Chirurgie von Gesicht, Kopf und Hals

Was sind angeborene Fehlbildungen im Gesicht, an Kopf und Hals?


Wenn im Mutterleib ein Embryo heranreift, dann entstehen aus wenigen Zellhaufen mit der Zeit die anatomischen Einheiten des Körpers (Organe, Gliedmaßen, Körperform). Bei diesem Prozess können Fehler auftreten, die besonders im Gesicht als sehr entstellend empfunden werden und für die Angehörigen oft einen Schock bedeuten. Bekannte Beispiele hierfür sind Blutschwämme, Muttermale, Lippen- Kiefer-Gaumenspalten, Ohrfehlbildungen (im einfachsten Falle abstehende Ohren). Aber auch komplexere Fehlbildungen der Proportionen des Gesichtsschädels (kraniofaziale Anomalien) sind nicht selten. Die frühzeitige und professionelle Therapie derartiger Fehlbildungen durch den Plastischen Chirurgen dient nicht nur der Wiederherstellung der Körperfunktion, sondern ist ebenso wichtig für eine gesunde psychosoziale Entwicklung des Kindes.

Was kann die Rekonstruktive Chirurgie leisten?


Kommt ein Kind mit einer schweren Fehlbildung im Gesicht auf die Welt, so wird vom Plastischen Chirurgen ein Behandlungsplan aufgestellt, der oft eine Betreuung über Jahre erfordert. So beginnt zum Beispiel die operative Therapie einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte mit dem Verschluss der Oberlippe in subtiler Nahttechnik innerhalb der ersten Lebenswochen Korrekturoperationen am Gaumen und der Nase und kieferorthopädische Behandlungen schließen sich bis zum Abschluss des Wachstums an. Dieser Behandlungsplan sichert dem heranwachsenden Kind eine nahezu unbeeinträchtigte Entwicklung von Aussehen, Sprache, Nahrungsaufnahme, Kiefer- und Zahnwachstum.

Weiterhin verfügen Plastische Chirurgen über die Operationstechniken, um Unfallschäden des Gesichtsschädels und der Gesichtsweichteile ästhetisch ansprechend zu rekonstruieren. Hierbei spielt nicht nur die Form sondern auch die Funktion eine entscheidende Rolle. So gelingt es in jüngster Zeit bereits durch mikrochirurgische Techniken, Gesichtern nach Lähmung des Gesichtsnerven (Nervus facialis) die Fähigkeit zur Mimik und damit das Lachen zurückzugeben. Ein weiteres Beispiel für die Wiederherstellung einer Körperfunktion durch den Plastischen Chirurgen im Gesichtsbereich ist die Beseitigung einer Behinderung der Nasenatmung. Durch Korrektur des Nasenskeletts und der Nasenscheidewand kann die Verlegung der Atemwege behoben werden.

Rekonstruktive Plastische Chirurgie der Brust- und Bauchwand

Welche Erkrankungen gibt es an der Brust und Bauchwand?


Zur Behandlung zahlreicher Fehlbildungen der Brust mit fehlender Brustdrüse oder Brustwarze, Anlagefehlern des Brustmuskels, Makromastie (Brustübergröße), Mikromastie und damit verbundener Asymmetrie, sind moderne Techniken in der Plastischen Chirurgie entwickelt worden. Im Bereich der Bauchwand werden Brüche (Hernien), Weichteiltumoren, Verbrennungen, Fettleibigkeit, Narbenkontraktionen nach Operationen und Unfallfolgen behandelt.

Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?


Folgen einer Makromastie sind für Patientinnen oft unerträglich. Entzündungen in den Hautfalten, Schmerzen in Brust und Rücken, einschnürende BH-Träger und Veränderungen an der Wirbelsäule mit statischen Problemen sind nur einige davon. Die Brustverkleinerung ist eine von Plastischen Chirurgen entwickelte Technik, die es erlaubt, mit ästhetisch ausgezeichneten Resultaten die Folgen einer Makromastie zu beheben. Unterschiedliche Operationsmethoden können den speziellen Bedürfnissen der Patienten angepasst werden.

Große Bauchhaut-Fettschürzen mit chronischen Weichteilentzündungen in den Hautfalten, Gehbehinderungen durch überschüssiges Gewebe und ein lockerer Hautmantel – all dies bildet sich nach Gewichtsreduktion aufgrund des überdehnten Gewebes nicht zurück. Durch Hautstraffungen, Muskelverlagerungen und Fettgewebsentfernungen können nach Gewichtsreduktion am ganzen Körper Problemzonen beseitigt oder zumindest doch deutlich vermindert werden.

Plastische Chirurgie bei Brustkrebs


In zahlreichen Zentren der Plastischen Chirurgie wird der Behandlung des Brustkrebses besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die operative Therapie des Brustkrebses wird von Plastischen Chirurgen nach den international gültigen Standards der Tumorbehandlung durchgeführt. Sind die Brustdrüse und die entsprechenden Lymphknotenstationen entfernt, kann hier sofort eine Rekonstruktion der Brust angeboten werden. Möglich ist genauso eine Mammarekonstruktion zu einem späteren Zeitpunkt.

Für den Brustwiederaufbau können die Plastischen Chirurgen die gesamte Palette moderner Verfahren individuell zur Situation des Patienten passend anbieten, vom Silikonimplantat bis zum Eigengewebe.
Exemplarisch sei der Brustwiederaufbau aus dem Fettgewebe des Unterbauches genannt. Hier wurde innerhalb der letzten Jahre in der Plastischen Chirurgie eine innovative Technik mit Eigengewebe (DIEP-Lappen) entwickelt, die den Brustaufbau ohne die früher nötige Störung der Bauchmuskulatur erlaubt. Die Plastische Chirurgie ist derzeit das einzige Fachgebiet, welches diese Operationstechnik anbietet. Der DIEP-Lappen stellt heute den „golden Standard” in der Brustrekonstruktion dar.

Rekonstruktive Plastische Chirurgie im Urogenitalbereich

Was sind Fehlbildungen am äußeren Genitale?


Fehlbildungen des äusseren Genitale können zu Funktionsstörungen führen und haben zudem oft schwere psychische Folgen für die Patienten. Die häufigsten Fehlbildungen beim Mann sind angeborene Veränderungen des Harnröhrenausganges. Bei Frauen kommen Fehlbildungen der Vagina vor.

Welche Techniken gibt es?


Zur Korrektur aller Fehlbildungen im Urogenitalbereich stehen dem plastischen Chirurgen eine Reihe von Operationstechniken zur Verfügung. Die Harnröhre kann durch Gewebe aus der Vorhaut schon im Kleinkindalter korrigiert werden. Es ist durch die Mikrochirurgie sogar möglich geworden, die äußeren Genitalien komplett neu zu bilden. Dies kann nach Unfällen, Tumoroperationen, oder auch bei Geschlechtsumwandlungen erforderlich werden. Mit Fremdmaterialien vertraut, gehört es auch zu den Aufgaben des Plastischen Chirurgen im Falle von therapieresistenten Erektionsstörungen Pumpsysteme zu implantieren und damit die Lebensqualität zu verbessern.

Plastische Rekonstruktionen in der Handchirurgie

Handchirurgie als Spezialfach


Die enorme Funktionalität der Hand wird durch ein komplexes Zusammenspiel anatomischer Strukturen wie Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Nerven und Blutgefäßen auf engstem Raum gewährleistet.
Schon kleinste Verletzungen und Erkrankungen betreffen oft mehrerer strukturelle Einheiten und haben gravierende Folgen. Eine erfolgreiche Behandlung setzt deshalb umfangreiche Spezialkenntnisse des Arztes voraus.
Eine gewebeschonende Operationstechnik, die vielfältigen Möglichkeiten des Gewebeersatzes sowie die Fähigkeit komplexe Strukturen mit der Mikrochirurgie zu rekonstruieren, qualifizieren den plastischen Chirurgen für dieses Fachgebiet in der Plastischen Chirurgie. Die Handchirurgie ist eine tragende Säule, die zusätzliche dreijährige Pflichtweiterbildung zum Schwerpunkt Handchirurgie trägt dem besonders Rechnung.

Fehlbildungen der Hand


Fehlbildungen der Hand gehören zu den häufigsten am menschlichen Körper und kennen erstaunliche Variationsbreiten. Völliges Fehlen von Fingern oder das Vorkommen zusätzlicher Finger, zusammengewachsene Finger oder Form- und Größenveränderungen machen das breite Spektrum der Fehlbildungen aus. Die Fehlbildungen können auch die Handwurzel oder die gesamte obere Extremität betreffen.

Welche Operationstechniken gibt es?


Durch Verlagerung von Haut und Weichteilgewebe, Knochen, Nerven, Blutgefäßen, Sehnen und Muskeln können diese Fehlbildungen und somit Funktionalität und ästhetisches Erscheinungsbild gebessert werden. Die Mikrochirurgie hat komplexe Ersatzoperationen wie den Zehentransfer vom Fuß auf die Hand möglich gemacht. 40% aller Unfälle betreffen Verletzungen der Hand. Für Weichteilverletzungen stehen die Techniken der Transplantation und Lappendeckung zur Verfügung. Die Mikrochirurgie ermöglicht die Rekonstruktion von Nerven und Gefäßen. Spezielles Instrumentarium ist für Knochenbrüche an der Hand entwickelt worden, um frühfunktionelle, übungsstabile Osteosynthesen operativ herstellen zu können.

Rekonstruktive Chirurgie nach Unfällen und Operationen

Was sind Folgen von Unfällen und Operationen?


Die Aufgabe der Plastischen Chirurgie ist es, nach Unfallverletzungen komplexe Strukturen in Form und Funktion wiederherzustellen. Gleiches gilt für große Tumoroperationen, die radikale Entfernung von befallenen Strukturen des Körpers erforderlich machen. Das Schadensmuster und die Bedürfnisse der Patienten müssen nach Unfällen und großen Tumoroperationen individuell erfasst und in den operativen Therapieplan integriert werden.

Wie kann einem Unfallverletzten geholfen werden?


So unterschiedlich auch Verletzungsmuster oder Operationsfolgen sind, so vielfältig sind die rekonstruktiven Techniken in der Plastischen Chirurgie. Hierbei geht es dem Plastischen Chirurgen immer um die Wiederherstellung von Form und Funktion.

Sind zum Beispiel Weichteile und Muskeln auf der Beugeseite einer Extremität defekt, so wird neben der Weichteilrekonstruktion eine Muskelverlagerung durchgeführt, um auch eine aktive Beugung in diesem Gelenk wieder zu ermöglichen.

Wurde im Bereich des Gesichtes ein Tumor entfernt, der Kieferknochen, Mundschleimhaut und Nasenanteile zerstört hat, dann kommen sogenannte „composite grafts” (zusammengesetzte Transplantate) zum Einsatz. Das sind mikrochirurgisch verpflanzte Gewebeeinheiten, die aus verschiedenen Teilgeweben bestehen (Knochen, Haut, Knorpel) und so komplexe Rekonstruktionen ermöglichen.
Neuste Entwicklungen erlauben sogar die Präformierung eines neuen Körperteils (z.B. Nase) an anderer Stelle (Stirn), bevor man dann das bereits geformte und aus den Einzelteilen (Haut + Knorpelgerüst) aufgebaute Körperteil an seine korrekte Stelle verlagert. Diese bezeichnet man als „prefabricated flaps“ (vorgefertigte Lappen) und sie erhöhen die Sicherheit in der Gewebeverpflanzung und verbessern die erzielten Resultate zunehmend.

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