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Bauchstraffung (Abdominoplastik) - Methoden

Ursprünge und Dauer der Bauchstraffung (Abdominoplastik)


Die erste Beschreibung einer Bauchstraffung (Abdominoplastik) erfolgte durch Howard A Kelly 1899 am Johns Hopkins Hospital in Baltimore. Vielen seiner Patienten verhalf er durch eine Bauchstraffung zu einer verbesserten Körperkontur und zu einem Leben ohne die quälende Intertrigo (=Hautentzündung). Seither sind zahlreiche Verbesserungen der Technik der Bauchstraffung publiziert worden, die sich in erster Linie mit unterschiedlichen Schnittführungen und Details, die die Auspflanzung des Nabels befassen. Eine Bauchstraffung dauert etwa 1,5 Stunden. Wenn die Bauchstraffung mit einer Fettabsaugung kombiniert wird, dauert sie 2 bis 2,5 Stunden.

Vorgehen bei einer Bauchstraffung (Abdominoplastik)


Vor der operativen Bauchstraffung (Abdominoplastik) erfolgt zunächst die Markierung der Schnittführung im Stehen (noch am wachen Patienten). Hierfür wird ein Schnitt am oberen Rand der Schamhaarbegrenzung horizontal markiert (ähnlich der Lokalisation der Kaiserschnittnarbe) und dieser ansteigend auf beiden Seiten bis hin zu den vorderen Beckenknochenvorsprüngen geführt. Bei perfekter Planung verläuft die spätere Narbe nach der Bauchstraffung dann exakt im Bereich der Bikinizone.

In Narkose wird dann während der operativen Bauchstraffung (Abdominoplastik) dieser Bereich zunächst mit verdünnter Adrenalinlösung unterspritzt (reduziert die Blutungsneigung). Anschließend wird dann hier bis auf die Bauchwand geschnitten und dann nach oben Richtung Nabel präpariert, so dass quasi die gesamte Bauchdeckenschürze, bestehend aus Haut und Unterhautfettgewebe, mobilisiert wird. Dabei wird die Durchblutung dieser Schürze vom oberen Bereich (Rippenbögen) her erhalten. Im Bereich des Nabels wird dieser komplett aus der Haut herausgeschnitten, so dass hier ein knopflochförmiger Defekt entsteht. Falls später die gesamte Haut zwischen Schamhügel und Nabel entfernt werden kann, fällt dieser Defekt ebenfalls weg. Dies ist meistens der Fall. Nur sehr selten resultiert nach einer Bauchstraffung in der Mittellinie eine kleine zusätzliche vertikale Narbe, welche recht unauffällig ist.

Oberhalb des Nabels erfolgt während der Bauchstraffung die weitere Mobilisation der Schürze bis hin zu den Rippenbögen, aber nur noch mittig. Der obere seitliche Anteil der Bauchdecke sollte nicht mobilisiert werden, um die Durchblutung nicht zu gefährden. Bei dieser Präparation erfolgt eine stetige sorgfältige Blutstillung. Nun ist das Ausmaß der Rektusdiastase (Auseinanderweichen der beiden geraden Bauchmuskeln) gut sichtbar. Mit Hilfe eines fortlaufenden starken Fadens (welcher sich erst nach ca. einem halben Jahr auflöst) werden nun die auseinander gewichenen Rektusmuskeln wie bei einer Miederschnürung wieder vereinigt. Diese Technik nennt sich „Rektusscheidenplikaturr“ oder WARP (für „wide abdominal rectus plication“) und stellt quasi die innere Taillierung dar.


Anschließend kann die mobilisierte Bauchdecke nach unten gezogen werden und der überschüssige Anteil von Haut und Unterhautfettgewebe entfernt werden. Nun muss noch der neue Nabelaustrittpunkt definiert und geschaffen werden. Hierbei erfolgt eine harmonische Ausdünnung von Fettgewebe um den neuen Austrittspunkt herum – die so genannte „Champagnergrube“. Diese Details sind unerlässlich für ein späteres perfektes Ergebnis der Bauchstraffung (Abdominoplastik). Nun wird nochmals eine sorgfältige Blutstillung durchgeführt, Drainagen platziert und die Wunden verschlossen. Es resultiert die lange, leicht zu beiden Seiten ansteigende Naht in der Bikinizone und die Nähte an der neuen Auspflanzungsstelle des Nabels. Es folgt die Anlage eines Verbandes mit Klebeformungspflastern und einer Bauchbinde. Vor dem Aufwachen aus der Narkose wird noch eine Rolle unter die Knie gelegt, welches zusätzlich die Bauchdecke entlastet.

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